Gastronomie & Hotellerie

Ellgass

Die Andersmacher

Eine Frage der Haltung


Im „Ellgass Allgäu-Hotel“ legt man Wert auf traditionelle Werte. Dafür hat man schon so manche Auszeichnung erhalten. Auch bei der Wahl der Partner setzt man auf Vertrauen und Zuverlässigkeit.

Gastgeber zu sein, nimmt man bei der Familie Ellgass persönlich. Das sieht man schon auf der Webseite, wo Fotos der kirchlichen Hochzeit von Juniorchef Felix mit Ehefrau Vera und der Geburt von Söhnchen Ben zu sehen sind. Man spürt es aber auch als Gast des „Ellgass Allgäu-Hotel“. Denn ist es fast unvermeidlich, während des Aufenthalts einem Familienmitglied über den Weg zu laufen: sei es Vera an der Rezeption, dem „Hans Dampf in allen Gassen“ Felix, Mutter Astrid, der guten Seele und Herrin über das Frühstücksbüffet. Und Seniorchef Josef „Sepp“ Ellgass, dem Geschäftsführer und Mann am Herd. Für die Familie Ellgass ist diese Präsenz eine Frage der Haltung, und müsste man das Haus im postkartenschönen Ortskern von Eglofs (Gemeinde Argenbühl) auf einen Begriff bringen, dann wäre es eben dieser: Haltung. Josef Ellgass jedenfalls ist überzeugt: „Wenn jeder für sich und seinen Vertrieb Verantwortung übernehmen würde, hätten wir eine bessere Welt.“ Sie zeigt sich im Umgang mit Gästen und ganz buchstäblich auch im Umgang mit der rund 70-köpfigen Herde von Pinzgauer Rindern, mit deren Aufzucht man vor rund einem Vierteljahrhundert begann.

Die Rinder gehören
zur Familie

Inzwischen gehören die „Pinzis“ zur Familie, und so werden sie auch behandelt. Die Tage verbringen sie auf den grünen Hängen rund um den Stall, im Sommer geht es für zwei Drittel von ihnen auf zwei Alpen in der Umgebung. Ansonsten schlafen die Tiere auf Stroh und werden zu zwei Dritteln mit Heu gefüttert. Und wenn die Tiere mit frühestens knapp zwei Jahren geschlachtet werden, haben sie bis dahin kaum einmal einen Tierarzt gesehen.

Inzwischen gehören die „Pinzis“ zur Familie, und so werden sie auch behandelt. Die Tage verbringen sie auf den grünen Hängen rund um den Stall, im Sommer geht es für zwei Drittel von ihnen auf zwei Alpen in der Umgebung. Ansonsten schlafen die Tiere auf Stroh und werden zu zwei Dritteln mit Heu gefüttert. Und wenn die Tiere mit frühestens knapp zwei Jahren geschlachtet werden, haben sie bis dahin kaum einmal einen Tierarzt gesehen.

 

Prominenz & Preise 

Dem Nachhaltigkeits-Gedanken entsprechend hat die Familie vor einigen Jahren begonnen, die Speisekarte konsequent rund um das Fleisch der Pinzgauer sowie oberschwäbisches Strohschwein aufzubauen. Das hat den eine oder andere Stammgast verschreckt, umso mehr gewann man neue hinzu Die Kochkünste des gelernten Landwirts Josef Ellgass sind seit dem Sieg in der Fernsehshow „Mein Lokal, Dein Lokal“ 2014 ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Noch heute muss er schmunzeln, wenn er beim Stadtbummel um ein Selfie gebeten wird.

Viel Publicity und Auszeichnung gab es auch für den Hotelneubau, den der renommierte Architekt Markus Tauber aus Brixen 2017 entworfen hat. Er verbindet alte ländliche Bauelemente wie das Satteldach und den rechteckigen Körper mit einer filigranen Außenverkleidung und einem ebenso geschmackvollen wie zurückhaltenden Interieur. Waren es anfangs vor allem Geschäftsreisende, die das Hotel frequentierten, sind die 29 Zimmer nun häufig von Radtouristen belegt – zumal seitdem der ADFC die Gegend rund um Argenbühl als „RadReiseRegion Naturschatzkammern des Württembergischen Allgäus“ zertifiziert hat.

„Sinnvoll eingesetzte Elektronik“

Einen Vertrag hatten die Ellgass mit ihrem Architekten nicht. Das kann man tollkühn finden, aber das Ergebnis zeigt, wie weit man mit Vertrauen, Wertschätzung und einem unbedingten Fokus auf Qualität kommt. Sie sind Ausdruck einer Philosophie, mit der das Ellgass Teil der Change Maker Hotels geworden ist. Solchen Netzwerken gehört die Zukunft, glaubt Josef Ellgass, denn sie seien der Gegenpol zu einer unpersönlichen und den maximalen wirtschaftlichen Eigennutz getrimmten Geschäftswelt. Auf die reagiert die Familie inzwischen allergisch. „Wenn mich der Kundenservice nicht zurückruft, ist das Unternehmen raus“, erklärt Felix Ellgass. „Ackermann ist dagegen ein Unternehmen mit Haltung.“

Und so wird demnächst auch die letzte alten Maschinen eines prominenten Mitbewerbers durch Ackermann-Modelle ersetzt. Zwei hat man schon: An der Haubenspülmaschine H640 schätzt man unter anderem dass man mit ihr auch 60x40-Eurobehalter spülen kann. Die Gläserspülmaschine U540 Bistro verrichtet unter der Theke des Restaurants ihren Dienst, die dazugehörige Osmoseanlage steht im Keller. Praktisch, findet Felix Ellgass, weil dies den Lärm im Publikumsbereich deutlich reduziert, und „polieren müssen wir fast gar nicht mehr“. Was ihm daneben gefällt, ist die „sinnvoll eingesetzte Elektronik“. Mit Spülmaschinen sei es schließlich im Grunde nicht anders als mit Traktoren: „Vieles von der Technik brauchst du eigentlich gar nicht.“

„Ein Unternehmen mit Haltung“

Felix Ellgass, Ellgass Allgäu-Hotel

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